[Zukunftsforum]
„Nichts bleibt, wie es ist und genau deshalb braucht es Orte, an denen wir gemeinsam über die Zukunft nachdenken.“ Mit diesen Worten leitete Bundesminister Mag. Norbert Totschnig, MSc das Zukunftsforum im Pfleghaus Anras ein, zu dem Vordenken für Osttirol rund 45 Bürgermeister:innen, Vizebürgermeister:innen, Gemeinderät:innen und Fachleute aus der Region in Anras zusammenbrachte.
In seinem Impulsvortrag unterstrich der Bundesminister die zentrale Bedeutung der Gemeinden für den ländlichen Raum und die wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Stabilität der Region: „Die Gemeinden sind die Basis für einen lebendigen ländlichen Raum. Wenn die Gemeinde funktioniert, dann funktioniert die gesamte Region.“

In einer offenen, konstruktiven und dialogorientierten Atmosphäre startete im Anschluss der gemeinsame Arbeitsprozess, der sich den zentralen Zukunftsthemen Osttirols widmete: von der Rolle junger Menschen und Frauen in der Gemeindepolitik über finanzielle Herausforderungen bis hin zu neuen Formen der Zusammenarbeit über regionale Grenzen hinweg.
In drei Fokusgruppen, moderiert von Politikwissenschafterin Dr.in Katrin Praprotnik und zwei Expert:innen des KDZ (Zentrum für Verwaltungsforschung), Dr. Klaus Wirth und Mag.a Alexandra Schantl, arbeiteten die Teilnehmenden an den Themen Nachwuchs & Beteiligung, Kommunale Finanzen sowie Zukunft der Gemeindeverwaltung. Dabei wurde deutlich, dass viele Gemeinden vor ähnlichen Herausforderungen stehen: von der sinkenden Beteiligung junger Menschen und Frauen in der Politik, über finanzielle Engpässe bis hin zu strukturellen Fragen der Zusammenarbeit.
In der Gruppe Nachwuchs & Beteiligung wurde insbesondere die Rolle der Vereinsarbeit und der Schulen als wichtige Anknüpfungspunkte genannt. Gleichzeitig wurde betont, wie notwendig es sei, gezielt auf Frauen und junge Menschen zuzugehen und politische Beteiligung aktiv zu fördern.

Die Diskussionen rund um die kommunalen Finanzen zeigten ein klares Bild: „Die fetten Jahre sind vorbei“. Steigende Ausgaben, knappe Einnahmen und neue Aufgaben für die Gemeinden führen zu wachsendem Druck. Viele Teilnehmende wünschten sich mehr Transparenz und Bewusstsein in der Bevölkerung für die tatsächlichen Leistungen und Herausforderungen der Gemeinden.

Im dritten Themenfeld, der Zukunft der Gemeindeverwaltung, stand vor allem die Bedeutung von Kooperationen im Vordergrund. Während Fusionen eher skeptisch gesehen wurden, wurden verstärkte Zusammenarbeit, Best-Practice-Austausch und der Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz als große Chance für effizientere Strukturen bewertet.

Christian Stampfer, Abteilungsleiter für Landesentwicklung Tirol, hob besonders den langfristigen Wert solcher Formate hervor: „Nicht jede Gemeinde muss das Rad neu erfinden. Durch den Austausch positiver Beispiele sparen wir Ressourcen und werden als Region stärker. Vordenken für Osttirol ist dabei eine extrem wichtige Plattform für Impulse und Kooperation.“

Auch aus Sicht der Bürgermeister:innen wurde der Tag als wertvoll erlebt. Erika Rogl, Bürgermeisterin der Gemeinde Kals, brachte es auf den Punkt: „Im täglichen Betrieb bleibt oft wenig Raum für neues Denken. Dieser Austausch heute zeigt: Zukunft kann nur gemeinsam gestaltet werden.“
Das Zukunftsforum machte deutlich, dass Osttirol bereits heute als Vorreiter im regionalen Dialog agiert und gleichzeitig vor großen Veränderungen steht. Die Ergebnisse der Fokusgruppen werden nun von der ARGE Vordenken für Osttirol gemeinsam mit den Expert:innen aufbereitet und als Grundlage für nächste Schritte in der regionalen Entwicklung dienen.
„Vordenken für Osttirol versteht sich als Plattform, die Menschen, Ideen und Perspektiven zusammenbringt, damit die Region mutig, lebendig und zukunftsorientiert weiter geht“, so das Fazit des Organisationsteams.









