[ Vordenken für Osttirol diskutiert: „Funktioniert ethisches Wirtschaften?“ ]

„Unser jetziges Wirtschaftssystem steht auf dem Kopf. Das Geld ist zum Selbstzweck geworden. Die Gemeinwohl-Ökonomie hingegen hat das Wohl von Mensch und Umwelt zum obersten Ziel des Wirtschaftens, wie es auch in den Verfassungen zahlreicher Staaten verankert ist“,  sagt Christian Felber, der Initiator der sogenannten Gemeinwohl-Ökonomie. Als Auftakt zur diesjährigen Vortragsreihe von Vordenken für Osttirol referierte Felber im gut besuchten Debanter Kultursaal zur Frage, wie ethisches Wirtschaften in der Praxis umgesetzt werden könne.

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist der Modellentwurf einer ethischen Wirtschaftsordnung, die für alle Menschen die gleichen Rechte, Freiheiten und Chancen vorsieht. Sie überwindet das Grundproblem der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung: die Verwechslung von Ziel (Gemeinwohl) und Mittel (Geld).

Viele Menschen in aller Welt würden sich eine faire Wirtschaftsordnung wünschen, so Felber: „Die Gemeinwohlökonomie bietet eine Alternative und damit Chancen für Unternehmen, Mitarbeiter und Menschen, gerecht und wieder sinnstiftend von der Wirtschaft zu profitieren.“

Im Bezirk Lienz gibt es bereits fünf Unternehmen, die nach der Gemeinwohl-Ökonomie bilanzieren. Osttirol ist aufgrund seiner Ursprünglichkeit und seiner Lebensqualität prädestiniert für die Etablierung der Gemeinwohl-Ökonomie. „Das Gemeinwohl ist wichtig für Osttirol. Um in diese Richtung weiter zu gehen, braucht es aktive und engagierte Bürger“, so Michael Hohenwarter, Geschäftsführer des Regionsmanagements Osttirol abschließend.