[ Unternehmertum im digitalen Wandel ]

Kurt Matzler, Professor für Strategie, Innovation und Leaderspip an der freien Universität Bozen sowie an der Universität Innsbruck, referierte im Rahmen des Projekts Vordenken für Osttirol im Osttiroler Wirtschaftspark über Veränderungen, die der digitale Wandel für Mensch und Unternehmen bewirkt. Die Digitalisierung sei eine unabänderliche Entwicklung, erklärt Matzler. Es gelte nun, sich darauf einzustellen und die Möglichkeiten des digitalen Wandels zu nutzen.

Die Bauteile für das eigene Traumhaus mit dem 3-Drucker zu drucken – diese Vision könnte schon bald Wirklichkeit werden. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie sich unser Alltag durch den digitalen Wandel verändern wird.

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Bereits im Jahr 2020 50 Millionen Dinge mittels Sensoren mit dem Internet verbunden sein, vom Fußball bis hin zur Socke. Besonders im Bereich der Gesundheitsvorsorge ortet Matzler enorme Chancen. „Durch ein Patienten-Monitoring mittels Sensoren könnten bei chronischen Erkrankungen weltweit 85% der Patientenkosten eingespart werden“, so Matzler. Auch für die Wirtschaft sei die Implementierung von Sensoren eine bedeutende Weiterentwicklung. So würden etwa Sensoren rechtzeitig melden, wenn ein Teil einer Maschine zu tauschen ist. Weiters seien Roboter bereits heute in der Lage, automatisierte Vorgänge zu verrichten. „Laut Studien werden 57% aller Jobs, wie wir sie heute kennen, durch den digitalen Wandel verschwinden“, erklärt der Strategieprofessor.

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Ob die Prognosen in dieser Form eintreten, wagt der Experte nicht zu sagen. Denn: „Jeder Trend löst einen Gegentrend aus“, so Matzler. Auch wenn beispielsweise Roboter eine Großküche betreiben können, würde es immer Erlebnisgastronomie und Haubenköche geben. Geschäftsmodelle, die auf Kreativität und Unternehmertum, auf Geschicklichkeit und auf zwischenmenschliche Beziehung ausgerichtet sind, sagt er eine positive Zukunft voraus. Matzler: „Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Kindern bereits im Volksschulalter Unternehmertum beibringen“.

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Für eine Region wie Osttirol sieht Matzler in Unternehmenskooperationen großes Potenzial. Man müsse das Rad nicht neu erfinden, aber eben darauf achten, sein Unternehmen auf Geschicklichkeit, Kreativität und Zwischenmenschlichkeit auszurichten.

Das Video zum Vortrag gibt’s hier