[ Nische als erfolgreiches Gegenmodel zur industriellen Landwirtschaft ]

In einem Impulsvortrag „Erfolgreich in der Nische“ schilderte der als „Kaiser der Paradeiser“ bekannte Erich Stekovics aus Frauenkirchen / Burgenland im Rahmen der Vortragsreihe „Vordenken für Osttirol“ wie es gelingt, sich auf dem hart umkämpften Lebensmittelmarkt durchzusetzen.

Im sehr gut besuchten Saal der Landwirtschaftlichen Lehranstalt (LLA) zeigte Erich Stekovis anhand seines eigenen Weges Chancen und Perspektiven auf, wenn man unkonventionell denkt. „Als ich anfing, hatte ich wenig Ahnung von der Tomate. Wahrscheinlich ging ich deshalb anders vor. Das war vorteilhaft, weil ich einfach ausprobierte“, sagte der Landwirt.

„Im Fokus der industriellen Produktion steht der Markt, aber nicht der Mensch“ sagt Stekovics. Das zeigt sich an der Billigpreispolitik, bei der die Qualität der Produkte leidet und für den Produzenten nichts bleibt, bedingt durch die Massenproduktion.

Daher hat er sich seine Nische gesucht, wobei er den Ausdruck „Ritze“ bevorzugt, weil er es präziser definiert und überschaubarer ist. Der Lebensmittelmarkt ging hin zu „Bio“, dann folgte „Regional“ und langsam richtet er sich saisonal aus. Das lässt sich in der „Ritze“ wesentlich besser aussteuern. Die Menschen wollen frische, geschmackvolle Produkte aus der Region und das garantiert eine saisonale Ausrichtung. Das bedeutet aber: keine ständige Verfügbarkeit und Verzicht. Dennoch zeigt sich, dass die Menschen das vermehrt akzeptieren und bereit sind für die Qualität zu zahlen. Mit Blick auf die allgemeine Zukunft der Landwirtschaft sagt Erich Stekovics: „Es wird künftig drei Optionen geben: Entweder groß, daneben spezialisiert oder aufhören.“

Der Anbau von Tomaten wäre auch für Osttirol auch eine Perspektive. „Dabei kommt es auf die Sortenauswahl an, z. B. eine Tomatenart, die mit kurzen Sommern zurecht kommt“, erklärt der „Kaiser der Paradeiser“ abschließend.

V. li. n. re. Konrad Kreuzer (Obmann Bezirkslandwirtschaftskammer Lienz), Erich Stekovicz, Moderatorin Christine Brugger, Martin Diemling (Bezirksstellenleiter Landwirtschaftskammer Lienz)