[ Digitalisierung als Chance für Osttirol: „Die Zukunft findet jetzt statt!“ ]

Die Digitalisierung werde meist in einem Atemzug mit dem Thema „Zukunft“ erwähnt, so Dr. Harald Raetzsch. Dabei ist die Digitalisierung bereits allgegenwärtig. „Die Produkte – wie z. B. moderne Kühlschränke mit einem integrierten W-LAN Modul – „sprechen“ schon jetzt mit dem Hersteller“, erklärt der IT-Unternehmer mit Lienzer Wurzeln.

Ein anderes Beispiel sind Industrieanlagen. Schon heute sind etliche von ihnen mit dem Internet verbunden und kommunizieren im Falle eines kritischen Zustandes mit dem für die Überwachung zuständigen Mitarbeiter. Der kann via Handy und Live-Kamera sofort in den Betriebsablauf eingreifen, um die programmierten Einstellungen wieder herzustellen. Diese Technologien fördert nicht nur optimale Ablaufsicherheit, sie steigern ebenso die wirtschaftliche Effizienz.

Jedoch betonte Dr. Raetzsch die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen Nutzers und eine differenzierte Auseinandersetzung mit digitaler Technik. Noch immer habe der durchschnittliche Österreicher eine zwiespältige Einstellung zum digitalen Wandel: „Sie pendelt zwischen ‚Wir müssen Gas geben‘ und ‚Das ist alles nur ein Hype‘.“

Mit Blick auf den Bezirk Lienz erkennt Raetzsch den Willen, die Änderungen des digitalen Wandels anzunehmen. Die Osttiroler Gemeinden bemühen sich bereits, ihren Teil beizutragen. Ein wesentlicher Schritt in Richtung Zukunft ist der schon begonnene Aufbau eines modernen Glasfasernetzes, um Betrieben und Konsumenten ultraschnelles Internet anbieten zu können. „Diese Technologie eröffnet uns den Eintritt in neue Netzwerke und Märkte“, meint Mag. Reinhard Lobenwein von der Wirtschaftskammer Tirol. Im Rahmen der „Themenwerkstatt Digitalisierung“ im Projekt „Vordenken für Osttirol“ werden wir uns immer wieder mit Nutzen und Chancen der Digitalisierung für die Region beschäftigen, aber auch Gefahren aufzeigen.